Liebe Görkauer Heimatfreunde,
liebe Besucher der Internetseite des Görkauer Freundeskreises
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Grafik aus „Buchkalender Erzgebirge Saazerland“ 2014
Mit jedem dieser Sehr-Alten,
deren Namen uns seit Jahrzehnten vertraut sind,
geht mehr dahin als eine Person.
Eine Zeit nimmt Abschied.
Der Görkauer Freundeskreis trauert um Prof. Rudolf Jansche
* 06.12.1933 in Görkau
+ 25.08.2026 in Wilhelmsfeld

Ein Heimatfreund, dessen Mitwirken in unserer Gemeinschaft beispielhaft war, ist von uns gegangen. Die Nachricht, dass Prof. Rudolf Jansche - unser Rudi - im Alter von 92 Jahren verstorben ist, erfüllt uns mit großer Wehmut und Trauer.
Beim 7. Jahrestreffen 2003 in Rimbach wurde er von Karl Schröter (1927-2004) den Landsleuten vorgestellt. Rudi fand schnell Kontakt zum aktiven Team des GFK und es entstanden Freundschaften, die ein Leben lang hielten. Karl Schröter war damals schon gesundheitlich angeschlagen und der Professor erklärte sich bereit, die Aufgabe des Sprechers zu übernehmen. Beide unternahmen in der Heimat eine Rundfahrt und trafen sich mit der Stadtverwaltung und der Kunst- und Musikschule in Görkau. Es war der Grundstein für die dann folgenden herzlichen Verbindungen zu Frau Sailerova, zu den Bürgermeistern der Partnerstädte Jirkov und Brand-Erbisdorf , zum Schloss Rothenhaus und zu Mitgliedern der Familie Hohenlohe-Langenburg. Seither war Rudi bei der Organisation und Durchführung der Jahrestreffen eine unermüdliche Kraftquelle für unseren Freundeskreis. Maßgeblich war er im Frühjahr 2004 zusammen mit Karl Schröter, Emil Siegert und Thomas Mielenz an den Verhandlungen mit dem tschechischen Bürgermeister Filip Scapa zur Errichtung des Gedenksteines des GFK auf dem Görkauer Friedhof beteiligt. Durch Weitblick, Diplomatie und der ihm eigenen ruhigen, freundlichen Ausstrahlung hatte Rudi die Gabe, Menschen zu verbinden. Es war ihm eine Herzenssache gegen das Vergessen kämpfen, aber auch die Hand zur Versöhnung auszustrecken. So handelte er unermüdlich als Brückenbauer gegen Hass und Feindseligkeit. Sein größtes Vermächtnis setze er mit seinem Buch „Damit kein Gras drüber wächst – Böhmische Geschichte und Geschichten für die Enkel erzählt“, das 2013 erschien. Dieses Buch zeigt, in welchem Maße Rudi sich dafür verantwortlich fühlte, als überragender Wissensträger für die Nachwelt die Geschichte der Sudetendeutschen zu dokumentieren, zu erklären und ins rechte Licht zu rücken.
In seinem Arbeitsleben war Prof. Rudolf Jansche bis zum Eintritt in den Ruhestand 1994 für einen englischen Chemiekonzern auf internationaler Ebene tätig. Er heiratete am 27. Februar 1960 seine Frau Inge und das Familienglück wurde durch die Geburt eines Sohnes und einer Tochter komplett. Im Frühjahr 2025 feierte die Familie das gesegnete Fest der „Eisernen Hochzeit“.
„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“
Diese berühmte Stelle aus dem Alten Testament zitierte Rudi in seinem Grußwort zur Jahreszeitschrift des 19. Jahrestreffens 2015 in Oberwiesenthal. Aus gesundheitlichen Gründen gab er beim 20. (und letzten) Jahrestreffen im Jahr 2016 die Funktion als Sprecher des GFK ab. Auf seine Hilfe und Unterstützung konnten wir aber bis heute zählen.
Nun ist die Zeit gekommen, uns für immer von unserem lieben und geschätzten Heimatfreund Rudi zu verabschieden.
Wir verneigen uns und sind stolz und dankbar, dass wir ihn in unserer Mitte hatten.
Ruhe in Frieden, lieber Rudi, Du bleibst unvergessen.
Ute Müller