Rückblicke 2017

Ostern in Görkau und Umgebung

Osterreiter_und_Aufpeitschen

Osterreiter und Buben beim Aufpeitschen im Görkauer Land

(Zeichnung Adolf Sachs, aus Komotauer Zeitung, April 2017)

Wie in allen Landesteilen, in den Landschaften, in den Dörfern und Städten unsere alten Heimat Böhmen, so gab es auch in Görkau verschiedene Bräuche zum Osterfest.

Da waren zunächst die „weltlichen“ Bräuche, die besonders mit dem Frühlingsanfang und dem Aufblühen der Natur zusammenhingen: Osternester mit Osterhasen und Ostereiern für die Kinder wurden von den Eltern hergerichtet und möglichst im Garten versteckt; Bauern hatten Osterlämmer und Osterzicklein vom Haus auf frischen Wiesen; junge Mädchen gingen schweigend Osterwasser holen; Knaben kamen am Ostermontag zum „Aufpeitschen“ in die Häuser und baten um Süßigkeiten.

Manche dieser Bräuche gingen auch auf christliche Traditionen zurück. Die Palmprozession am Palmsonntag war der Beginn der Kar- und Ostertage. Das „Schnarrenhgehen“ der Buben in der Karwoche war ebenfalls ein kirchlicher Brauch. Von Gründonnerstag bis Karsamstag wurde mit allerhand Gerät geschnarrt, weil in diesen Tagen keine Kirchenglocken läuteten.

Seinerzeit war es üblich, die Auferstehungsfeier bereits am Karsamstag zu beginnen. Dabei kamen die Gläubigen zu einer Prozession zusammen, die um die Kirche herumführte, um dann die Hl. Messe in der Dekanalkirche St. Aegidius mitzufeiern.

Auch das Osterreiten gab es mancherorts, bei dem Reiter auf geschmückten Pferden die Botschaft von der Auferstehung durch Stadt und Dorf trugen.

Gewiss haben die Heimatvertriebenen aus Görkau und der Umgebung in ihrem neuen Umfeld andere, neue und schöne Osterbräuche kennen und lieben gelernt, aber die Erinnerung an die Kindheit und Jugendzeit kommt an allen Festen, so auch zu Ostern, wieder in freudige, aber auch wehmütige Erinnerung.

Der Görkauer Freundeskreis wünscht allen Heimatleuten ein frohes und gesegnetes Osterfest.  

(Bild von einem Osterbrunnen)

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- Nachruf -

Zum Abschied von Franz Löschner

Franz_Trauer

  * 10.2.1927

    + 17.2.2017 

Unser Landsmann und Heimatfreund  Franz Löschner
ist nicht mehr unter uns.

 

Noch in der letzten Ausgabe der Komotauer Zeitung gratulierten wir ihm zu seinem 90. Geburtstag und freuten uns mit ihm über dieses Jubiläum.

Nun erreichte uns diese traurige und schmerzliche Nachricht. Franz ist unerwartet am 17. Februar 2017 im Krankenhaus in Hofheim verstorben.

Wir verlieren mit Franz Löschner einen guten Freund, der uns viel gegeben hat und unendlich fehlen wird.

Er war der nimmermüde und begnadete Organisator unseres Görkauer Freundeskreises. Er war kein Mann großer Worte. Er organisierte alljährlich die Heimattreffen, verwaltete die Finanzen, er dokumentierte und archivierte unzählige Berichte, Erzählungen, Ortspläne und Landkarten über unserer geliebten Heimat, über die Stadt Görkau und deren Umgebung. Seine alljährliche Oster- und Weihnachtspost wird uns von nun an fehlen. Sein Lebenswerk aber bleibt uns und unseren Nachkommen erhalten. Durch sein Wirken für den Görkauer Heimatkreis hat sich Franz Löschner um seine Heimat außerordentlich verdient gemacht. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Er wird in unserer Mitte für immer in Erinnerung bleiben.

Franz Löschner wurde am 7. März auf dem Friedhof in Kelkheim beigesetzt. Im Namen des Görkauer Freundeskreises hat Prof. Rudolf Jansche ihn auf seinem letzten Gang begleitet und ein Blumengesteck niedergelegt. Seinem Sohn Wolfgang und den weiteren Angehörigen sprechen wir hiermit nochmals unsere aufrichtige Anteilnahme aus.

Lieber Franz, Du warst ein liebenswerter und aufrichtiger Heimatfreund. Einen besseren gibt es nicht. Du hattest noch so viel vor und wolltest noch so viel tun. Wir danken Dir für alles und werden Deiner immer gedenken.

Wie gern hörtest Du das Anton Günther -  Lied   'S is Feierobnd “.  Wir verneigen uns tief vor dir und wünschen Dir einen schönen Platz im Himmel. Lebe wohl, lieber Freund.

In Vertretung Deiner Freunde und Landsleute des Görkauer Freundeskreises:

Ute Müller, Heimatortsbetreuerin von Görkau
Gerhard Triebe, Redakteur des GFK
Prof. Rudolf Jansche
Thomas Mielenz
Jürgen Schmidt
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Karte der Danksagung von Familie Löschnmer

Dank_Fam._Löschner


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Hochfest "Erscheinung des Herrn" oder "Heilige Drei Könige"

6. Januar (Jänner) 2017

Das im Volksmund genannte "Dreikönigsfest" hat offensichtlich für die exotischen Gestalten und die seltsamen Geschenke der Weisen aus dem Morgenland ein so starkes Interesse geweckt, daß die theologische Aussage der Erscheinung des Herrn kaum zum Tragen gekommen ist. Die "Heiden" - repräsentiert durch die Weisen aus dem Morgenland - knien vor dem Christkind im Stall nieder. Man nennt dieses Fest auch Epiphanie oder Hoch-Neujahr.

Das Geschenk "Weihrauch" finden wir in den heutigen Kirchen- und Volksbräuchen, besonders bei der Haussegnung und im Erzgebirge bei den Räuchermännchen wieder. Zahlreiche Kindergruppen - als orientalische Könige verkleidet - ziehen durch unser Land, schreiben die Segensformel   -  * C+M+B+2017 *  - an die Türen und bitten um Gaben für soziale Zwecke.

KrippeDD

Weihnachtskippe mit den drei Weisen aus dem Morgenlande
in der kath. Hofkirche (Kathedrale) zu Dresden 


Nach altem katholischen und auch böhmischen Brauch bleiben zumindest die Weihnachtskrippen und mancherorts auch die Christbäume in den Kirchen und  in den Wohnhäusern bis zum 2. Februar (Feber), dem Festtag "Mariä Lichtmeß" stehen, dem Fest der "Darstellung des Herrn " (Jesus) im Tempel
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                                                                                                                                                    Veröffentlichung und Weiterverwendung untersagt.

Ein zufriedenes, frohes, gesundes und gesegnetes

"Neues Jahr 2017"

allen Heimatleuten aus Görkau und der Umgebung!